Schuppenflechte
Was ist das?

Schuppenflechte

In der Schweiz sind ein bis zwei Prozent der Bevölkerung von einer sogenannten Schuppenflechte betroffen. Dieser nicht-ansteckenden Erkrankung, medizinisch als Psoriasis bezeichnet, liegt eine Fehlregulation des körpereigenen Immunsystems zugrunde: Normalerweise schützt uns das Immunsystem unter anderem vor Infektionen, indem es Krankheitserreger wie beispielsweise Viren oder Bakterien bekämpft. Dieses Abwehrsystem ist äusserst komplex strukturiert und mithilfe vielfältiger biologischer Mechanismen genau reguliert. Bei Patientinnen und Patienten mit Psoriasis ist diese Steuerung teilweise gestört, was zu anhaltenden entzündlichen Immunreaktionen führt. Folglich handelt es sich bei Psoriasis medizinisch gesehen um eine chronisch-entzündliche Erkrankung. Da das Immunsystem hierbei gesunde, körpereigene Zellen – vor allem Hautzellen – angreift, wird die Schuppenflechte ausserdem als eine sogenannte Autoimmunerkrankung bezeichnet.

Schuppenflechte äussert sich in 80 bis 90 % der Fälle als Psoriasis vulgaris. Diese ist durch charakteristische Hautveränderungen gekennzeichnet: Deutlich abgegrenzte, gerötete, silbrig-schuppende, leicht erhöhte Flecken (sogenannte Plaques) unterschiedlicher Grösse sind über die Haut verteilt. Der Umfang der betroffenen Hautareale fällt je nach Patient/in und Krankheitsphase verschiedenartig aus. Meist bleibt eine Psoriasis der Haut dauerhaft bestehen. Allerdings wechseln sich Zeiten mit stärkeren, schubartig auftretenden Beschwerden mit solchen Phasen ab, in denen sich die Schuppenflechte weniger ausgeprägt äussert. Mit den Hautbeschwerden geht häufig Juckreiz einher. Dies erklärt übrigens auch den medizinischen Namen «Psoriasis», der sich vom griechischen Verb «psora» ableitet, was auf Deutsch «ich kratze» bedeutet.


Symptome der Psoriasis vulgaris

Wie eingangs erwähnt, äussert sich die Psoriasis vulgaris in Form scharf begrenzter, geröteter, schuppender Hautflecken, den sogenannten Plaques. Deren Grösse variiert von Knötchen (≤ 1 cm) bis hin zu grossen, ausgeprägten Hauterhebungen. Zudem können sich die Hautflecken mit der Zeit vergrössern, sodass aus anfänglich punktförmigen Flecken schliesslich flächige, ineinander übergehende Plaques entstehen können. Die Plaques präsentieren sich bei hellen Hauttypen lachsfarben bis ziegelrot, wohingegen sie bei dunklen Hauttypen grau wirken. Typisches Merkmal ist überdies die silbrig-weisse Schuppung auf deren Oberfläche. Zwar kann sich die Schuppenflechte überall am Körper manifestieren, gehäuft betroffen sind jedoch die Kopfhaut, der Rumpf, die Gesässfalte sowie die Streckseiten der Extremitäten, wie Ellbogen oder Knie. Charakteristisch ist zudem das Auftreten von Plaques an solchen Stellen, an denen mechanischer Druck auf die Haut einwirkt, wie etwa durch BH-Bügel, einen engen Hosenbund, Gürtel oder Knöpfe. Schuppenflechte verläuft in der Regel in Schüben: Dementsprechend gibt es Phasen, in denen sich die genannten Symptome stärker bemerkbar machen und andere Perioden, in denen die Symptome weniger ausgeprägt sind oder gar ausbleiben. Der Krankheitsverlauf ist allerdings individuell unterschiedlich und nur schwer vorherzusehen.

Behandlung der Psoriasis vulgaris

Eine Heilung der Psoriasis ist leider bis dato nicht möglich, aber dank passender Behandlungen lässt sich die Erkrankung inzwischen in den meisten Fällen gut kontrollieren. Hierfür stehen unterschiedliche Therapien zur Verfügung, die je nach Schweregrad Anwendung finden. Nicht selten werden hierfür verschiedene Behandlungsmethoden kombiniert. Je nach individuellem Fall kann die Dermatologin oder der Dermatologe die vielversprechendste Therapieoption vorschlagen und verordnen.

Basispflege

Für alle Patient/inn/en mit Schuppenflechte der Haut ist die Anwendung rückfettender Cremes, Salben oder Lotionen empfohlen. Diese können zusätzlich geringe Mengen Salicylsäure oder Harnstoff enthalten. Beide Wirkstoffe unterstützen die Ablösung von Hautschuppen (medizinisch: Keratolyse).

Äusserliche Behandlung

Diese erfolgt durch das Auftragen wirkstoffhaltiger Cremes oder Salben auf betroffene Hautstellen. Die enthaltenen Wirkstoffe hemmen die krankheitstypischen Entzündungsprozesse und vermindern die Schuppenbildung. Hierzu zählen beispielsweise Substanzen, die dem körpereigenen Kortison oder dem Vitamin D ähneln (sogenannte Glukokortikoide respektive Vitamin-D-Analoga).

Lichttherapie

Betroffene Hautareale werden mit ultraviolettem Licht (UV-Licht) bestrahlt, um die krankheitstypische, übermässige Entstehung neuer Hautzellen zu bremsen und die Entzündungsprozesse zu hemmen. Unterstützend können hierbei bestimmte Wirkstoffe aufgetragen werden, die die Haut lichtempfindlicher machen. Die Lichttherapie kommt bei mittelschwerem oder schwerem Krankheitsgrad infrage.

Systemische Therapien

Diese basieren auf Medikamente, die als Tablette eingenommen oder als Spritze respektive Infusion verabreicht werden und auf den gesamten Körper einwirken. Systemische Therapien können ebenfalls bei mittelschwerer und schwerer Psoriasis eine sinnvolle Option darstellen. Die in Frage kommenden Wirkstoffe hemmen mehrheitlich das Immunsystem. Sogenannte «Biologika» sind vergleichsweise neue Wirkstoffe, die auch bei der systemischen Behandlung der Psoriasis zur Anwendung kommen können: Dies sind biotechnologisch hergestellte Therapeutika, die gezielt und effektiv entzündungsfördernde Botenstoffe des Immunsystems blockieren.


Besonderheiten bei der Behandlung von Schuppenflechte der Kopfhaut

Häufig zeigt sich Psoriasis vulgaris auf der Kopfhaut: Die rötlichen, schuppigen Flecken jucken nicht nur, sondern sind häufig auch gut sichtbar, was den Betroffenen unangenehm ist. Die Behandlungsoptionen für Psoriasis der Kopfhaut ähneln grundsätzlich denen der Schuppenflechte in anderen Körperregionen: Bei der äusserlichen Behandlung haben sich auch bei der Psoriasis capitis Wirkstoffe bewährt, welche Entzündungsprozesse hemmen und die Schuppenbildung vermindern. Allerdings kann die lokale Anwendung mancher Präparate aufgrund der Kopfhaare erschwert sein. Das Auftragen auf die Kopfhaut fällt leichter, wenn das entsprechende Medikament in Form eines Schaums formuliert ist. Auch eine gegebenenfalls empfohlene Lichttherapie ist auf der Kopfhaut durchführbar. Dies ermöglicht ein sogenannter Lichtkamm, der entsprechendes UV-Licht generiert und ausstrahlt. Alternativ erfolgt die Anwendung von UV-Licht in der Praxis mittels eines sogenannten «Excimer-Lasers». Bei insgesamt mittelschwerer und schwerer Psoriasis können natürlich ebenfalls systemische Behandlungen zur Anwendung kommen.

Tipps für den Umgang mit Schuppenflechte der Kopfhaut

Haarpflege

  •  Zum Frisieren eine weiche Haarbürste anstelle eines Kamms verwenden
  • Föhnen vermeiden oder zumindest nicht heiss föhnen
  • Auf Kopfmassagen verzichten
  • Verwendung von Haarpflegeprodukten, die nicht austrocknend wirken
  • Pflege der Kopfhaut – auch nach einem Krankheitsschub; empfehlenswert sind sanfte oder speziell auf Psoriasis abgestimmte Shampoos und Pflegeprodukte
  • Es bietet sich an, Pflegeprodukte anzuwenden, die speziell für zu Schuppenflechte neigende Haut entwickelt wurden. Diese können je nach Schweregrad der Erkrankung entweder in Kombination mit einer medikamentösen Psoriasis-Therapie oder allein verwendet werden, um (I) Entzündungen und Juckreiz zu lindern, (II) die Schuppenbildung zu regulieren und (III) das Auftreten neuer Plaques zu begrenzen.

Friseurbesuch

  • Zumindest während eines Krankheitsschubs besser auf Dauerwellen, Haarfärbungen oder Haar-Bleichen verzichten: Die genannten Prozeduren strapazieren die Kopfhaut und können einen aktuellen Schub verstärken.
  • Das Thema Schuppenflechte gegenüber dem Friseur oder der Friseurin offen ansprechen – es gehört zu deren Ausbildung, mit der Krankheit umzugehen

Kleidung

  • Auf heller Kleidung sind gegebenenfalls herunterrieselnde Schuppen weniger sichtbar
  • Von glatten Stoffen, wie etwa Seide, lassen sich Hautschuppen leichter entfernen
  • Zum Verbergen von Plaques und Schuppen bieten sich Kopfbedeckungen wie Kappen, Mützen oder Kopftücher an. Diese sollten jedoch nicht ununterbrochen getragen werden, um zusätzlichen Juckreiz oder Reizungen zu vermeiden.

Was können von Psoriasis Betroffene ergänzend zur medizinischen Behandlung tun?

Verschiedene Massnahmen können dabei helfen, Krankheitsschüben etwas vorzubeugen oder hinauszuzögern, sowie besser mit der Erkrankung umzugehen:

  • Faktoren erkennen, welche die Krankheitssymptome verstärken und diese künftig gegebenenfalls vermeiden. Hierbei kann ein «Schuppenflechte-Tagebuch» helfen
  • Eine gute Hautpflege angewöhnen, die auf Psoriasis abgestimmt ist
  • Gesunde Lebensweise etablieren: geringer Alkoholkonsum, Rauchen aufgeben, ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung
  • Bei Übergewicht ist eine Gewichtsreduktion empfehlenswert; damit kann möglichen Begleiterkrankungen – wie Diabetes oder Bluthochdruck – entgegengewirkt werden
  • Für ausreichend Entspannung sorgen, da Stress Krankheitsschübe begünstigen kann
  • Schuppenflechte geht oft mit einer seelischen Belastung einher. Daher sollten Betroffene psychologische oder psychotherapeutische Hilfe in Erwägung ziehen und gegebenenfalls in Anspruch nehmen
  • Der Austausch mit anderen Betroffenen wird von Psoriasis-Patient/inn/en häufig als hilfreich empfunden. Eine Möglichkeit hierfür bieten Selbsthilfegruppen. Eine etablierte Anlaufstelle für Betroffene ist (nicht nur diesbezüglich) die «Schweizerische Psoriasis und Vitiligo Gesellschaft», kurz: SPVG.

Besonders belastend

Schuppenflechte der Kopfhaut

Die Kopfhaut ist eine der Körperregionen, in denen die Schuppenflechte oft zuerst auftritt. Die Häufigkeit einer Psoriasis der Kopfhaut – medizinisch auch Psoriasis capitis genannt – steigt mit Dauer der Erkrankung und etwa die Hälfte (45 bis 56 %) der Psoriasis-Patient/inn/en sind hiervon betroffen. Auch hier ist das Ausmass der betroffenen Hautfläche sehr unterschiedlich: Die Bandbreite reicht vom Auftauchen einzelner Plaques bis zum Befall der kompletten Kopfhaut. Charakteristisch ist eine deutliche Abgrenzung der Plaques im Bereich des Haaransatzes. Wie die Psoriasis-Plaques anderer Körperregionen weisen diejenigen der Kopfhaut eine silbrig-weisse Schuppung auf. Bei mehr als der Hälfte (bis zu 66 %) der Betroffenen bringt die Psoriasis der Kopfhaut einen lokalen Haarausfall mit sich, der aber nicht von Dauer sein muss. Die typischen Symptome der Kopfhautpsoriasis beeinträchtigen die Lebensqualität, da sie sich in Form von Schmerzen, Juckreiz und Blutungen äussern können. Hinzu kommt, dass Betroffene aufgrund der sichtbaren Symptome nicht selten ein Schamgefühl entwickeln und selbst bei so alltäglichen Dingen, wie der Auswahl der Kleidung (etwa anhand deren Farben, damit abgelöste Schuppen nicht allzu deutlich sichtbar sind), eingeschränkt sind.


Wie entsteht Psoriasis vulgaris?

Was sind die Ursachen?

Unsere Haut erneuert sich ständig, indem sich in der untersten Schicht der Oberhaut immer wieder neue Hautzellen (Keratinozyten) bilden. Diese wandern Richtung Hautoberfläche, wobei sie sich allmählich zu sogenannten Hornzellen entwickeln. Nahe der Hautoberfläche angekommen, bilden die inzwischen mit Keratin gefüllten Hornzellen in mehreren Lagen die äusserste Hautschicht (Hornschicht) und damit die erste Barriere zwischen Umwelt und Körper. Nach einigen Tagen schilfern die obersten Hornzellen ab, woraufhin die darunterliegenden Zellen deren Funktion übernehmen. Zwischen der Entstehung einer neuen Hautzelle bis zu deren Verlust an der Hautoberfläche vergehen normalerweise etwa 4 Wochen, also rund 30 Tage. Was ist bei Psoriasis nun anders? Der Zyklus der Hauterneuerung ist bei Psoriasis vulgaris durch Entzündungsreaktionen des überaktiven Immunsystem stellenweise gestört, sodass die krankheitstypischen Plaques entstehen: Ausgelöst durch bestimmte Botenstoffe des fehlregulierten Immunsystems vermehren sich die Hautzellen deutlich schneller als normal.

Hierdurch drängen mehr Zellen in Richtung Hautoberfläche, was eine wesentlich beschleunigte «Wanderung» zur Folge hat: Statt – wie normalerweise – rund 30 Tage, beträgt die Zeitspanne zwischen der Entstehung der Hautzellen bis zum Erreichen der Hautoberfläche nur noch fünf bis acht Tage. So bleibt einerseits nicht genügend Zeit zur Reifung der Hautzellen und zum anderen steigt deren Dichte um das Doppelte bis Fünffache an. Infolgedessen verdickt die Haut an den betroffenen Stellen und schuppt sich erheblich. Ausserdem löst das überaktive Immunsystem Entzündungsreaktionen innerhalb der betroffenen Hautareale aus. Diese, gegen eigentlich gesundes Hautgewebe gerichteten, entzündlichen Prozesse sind auch der Grund dafür, dass die Plaques unter der oberflächlichen, silbrig-weissen Schuppung rötlich verfärbt sind. Die Ursache für Psoriasis vulgaris ist im Grunde eine Störung des eigenen Immunsystems, genauer gesagt: eine Autoimmunreaktion in der Haut (griechisch: «autós» = selbst, eigen).


Risikofaktoren für die Entwicklung von Schuppenflechte

Der Hauptrisikofaktor für die Entwicklung von Psoriasis lässt sich von Betroffenen nicht beeinflussen, da es sich hierbei um die genetische Veranlagung handelt. Anders als bei „typischen“ genetisch bedingten Erkrankungen („Erbkrankheiten“), bei denen etwa ein einziges Gen als krankheitsverursachend identifiziert werden kann, liegt der Psoriasis vulgaris ein komplexes Zusammenspiel mehrerer Genregionen zugrunde. Vererbt werden kann jedoch das Risiko, an Psoriasis zu erkranken: Dieses liegt bei 14 %, wenn ein Elternteil von Psoriasis betroffen ist. Sofern beide Eltern an Schuppenflechte erkrankt sind, liegt das Erkrankungsrisiko bei etwa 40 %. Bei genetischer Vorbelastung können unterschiedliche Faktoren zum Ausbruch von Schuppenflechte oder Auslösen eines Krankheitsschubs beitragen:

  • Reizung oder Verletzung der Haut
  • Stress oder andere psychische Belastungen
  • Infektionen (z.B. mit Streptokokken oder HIV)
  • Rauchen und Alkohol
  • Einnahme bestimmter Medikamente (u.a. bestimmte Blutdrucksenker und Psychotherapeutika)
  • Hormonelle Veränderungen (z.B. Schwangerschaft, Wechseljahre)
  • Klimatische Einflüsse (z.B. im Frühling oder Herbst)
  • Sonnenbrand
  • Piercings und Tätowierungen

Es gibt unterschiedliche Formen von Psoriasis

Die häufigste Form der Schuppenflechte ist die chronische Hautkrankheit Psoriasis vulgaris. Sie macht bis zu 90 % aller Psoriasis-Fälle aus und die medizinische Bezeichnung «vulgaris» lässt sich dementsprechend mit «gewöhnlich» oder «häufig» übersetzen. Sie zeigt sich nicht selten als erstes auf der Kopfhaut. Diese Ausprägung wird auch als Psoriasis capitis bezeichnet. Darüber hinaus unterscheiden Mediziner weitere Formen von Schuppenflechte, die teilweise gemeinsam mit einer Psoriasis vulgaris auftreten können.

  • Jede/r zweite von Psoriasis vulgaris Betroffene entwickelt zusätzlich eine Nagelpsoriasis, die durch Dellen in den betroffenen Nägeln, sowie durch Verdickungen, gelblich-braunen Verfärbungen oder Ablösung von Nägeln gekennzeichnet ist.
  • Eine seltene Variante der Schuppenflechte ist die Psoriasis pustulosa, bei der eitrige – jedoch nicht ansteckende – Bläschen (Pusteln) und Hautrötungen auftreten. Diese Form kann sich gemeinsam mit einer Psoriasis vulgaris oder eigenständig entwickeln.
  • Ebenfalls eine Ausnahme unter den Schuppenflechten ist Psoriasis guttata, die sich klinisch in Form zahlreicher punktförmiger (konfettiartiger), drei bis fünf Millimetern grossen, rosa schuppigen Flecken darstellt. In ca. 66 % der Fälle von Psoriasis guttata tritt diese im Nachgang einer Infektion der oberen Atemwege auf, wie etwa einer Streptokokken-Infektion. Meist heilt diese Art von Schuppenflechte innerhalb von Wochen bis Monaten von allein ab, kann in Ausnahmen jedoch chronisch verlaufen.
  • Zeigen sich Symptome der Schuppenflechte in Hautfalten – wie beispielsweise in der Leistenbeuge, Gesässfalte, unter den Achseln, in der Genitalregion oder bei Patientinnen unter oder zwischen den Brüsten – bezeichnen Mediziner dies als Psoriasis inversa. Aufgrund der Körperfeuchtigkeit in diesen Regionen sind hierbei häufig keine Schuppen erkennbar.
  • Bei etwa jedem fünften Psoriasis-Patienten sind Gelenke von den Entzündungsreaktionen des fehlregulierten Immunsystems betroffen. Aufgrund dessen schwellen insbesondere Hand- und Fussgelenke an und schmerzen. Dieser sogenannten Psoriasis-Arthritis gehen meist für Schuppenflechte typische Hautveränderungen voraus.

Eine weitere Unterscheidung im medizinischen Sinne bezieht das Lebensalter bei Manifestation der Psoriasis mit ein: Typ-I-Psoriasis tritt bereits bei Personen unter 40 Jahren ein, häufig schon im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter. Erst in einem Alter zwischen 50 und 70 Jahren entwickelt sich Psoriasis vom Typ II, die in der Regel milder verläuft.


Schweregrade von Psoriasis

In Fällen von Psoriasis vulgaris und Psoriasis guttata kann die Hautärztin oder der Hautarzt den Schweregrad der Erkrankung in Form eines Zahlenwertes – eines sogenannten Indexes – erfassen. Dieser hilft bei der Entscheidung, welche Therapie zur Anwendung kommt. Die wiederholte Erhebung dieses Indexes erlaubt ausserdem die Beurteilung, in welchem Masse sich die Symptome während der Behandlung bessern. Üblicherweise wird der sogenannte PASI (Psoriasis Area and Severity-Index) erhoben: Die Ärztin oder der Arzt bewertet hierzu einerseits die jeweilige Ausdehnung der betroffenen Hautflächen in den verschiedenen Körperregionen und andererseits die Schwere der Symptome, wie etwa die Hautrötung, Dicke der Plaques sowie den Grad der oberflächlichen Schuppung. Mittels einer Rechenformel wird schliesslich der PASI errechnet.


Schuppenflechte kann die Entwicklung weiterer Erkrankungen begünstigen

Psoriasis kann mitunter zu einer psychischen Belastung führen, die in ungünstigen Fällen eine Depression oder Angststörung zur Folge haben kann. Betroffene sollten sich daher nicht scheuen, frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wie etwa eine Psychotherapie. Auch körperlich kann die Erkrankung weitere Folgen haben: Im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt weisen Personen mit schwerer Psoriasis oder bei denen die Schuppenflechte bereits in jungen Jahren auftrat, ein höheres Risiko für kardiometabolische Begleiterkrankungen auf. Dies sind Krankheitsbilder, die das Herz-Kreislauf-System und/oder den Stoffwechsel betreffen. So entwickeln Patient/inn/en mit Schuppenflechte gehäuft einen Bluthochdruck, Diabetes, ungünstige Cholesterinwerte oder ein deutliches Übergewicht. Ausserdem treten sogenannte chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa) bei Menschen mit Psoriasis überdurchschnittlich oft auf. Allerdings gilt zu beachten, dass ein jeweils erhöhtes Erkrankungsrisiko natürlich nicht bedeutet, dass sich entsprechende Krankheitsbilder früher oder später bei jedem Patienten unweigerlich entwickeln werden.

CH–07-25-2500002