Akne Entstehung, Behandlung, praktische Tipps
Akne

Wer ist von Akne betroffen?

Akne stellt die häufigste Hauterkrankung während der Pubertät und dem jungen Erwachsenenalter dar. So tritt diese Krankheit bei 60 bis 95 % der Jugendlichen auf. Zwischen dem 15. und 18. Lebensjahr ist Akne am verbreitetsten, danach heilt sie meistens spontan wieder ab. Bei erwachsenen Frauen häufiger als bei Männern bleibt Akne manchmal länger bestehen oder tritt neu auf: Etwa jede zehnte Frau über 25 Jahre ist von einer solchen „Akne tarda“ (tardus = lateinisch für lange dauernd, langsam) betroffen. Deren Entstehung entspricht im Wesentlichen derjenigen der pubertären Akne.

Bei männlichen Jugendlichen sind die Anzeichen von Akne häufig ausgeprägter als bei weiblichen Gleichaltrigen. Ist die Hauterkrankung vergleichsweise gering ausgeprägt, bezeichnen Mediziner dies als physiologische Akne. Hier reicht als Behandlung in der Regel die Anwendung frei verkäuflicher Präparate aus und die Akne heilt zügig ab. Dies gilt für etwa 40 % der betroffenen Jugendlichen. Demgegenüber handelt es sich bei 60 % der Fälle um eine sogenannte klinische Akne. Für entsprechend Betroffene ist eine fachärztliche Beratung und Behandlung empfohlen. Diese sollte auch psychosomatische Aspekte einschliessen, also die Beeinflussung der Gesundheit durch die Psyche berücksichtigen.

Akne Behandlung

Wie entsteht Akne?

Mit der Pubertät geht eine Umstellung des Hormonhaushaltes einher. Eine der vielen Folgen dieser hormonellen Veränderungen ist die erhöhte Produktion von Talg durch die entsprechenden Talgdrüsen der Haut. Ausserdem vermehren sich in dieser Phase stärker als sonst Hautzellen, die mit den Talgdrüsen vergesellschaftet sind. Deshalb kommt es punktuell zu Ansammlungen von Hautzellen und damit zu winzigen Verhornungen der oberen Hautschicht. Die vermehrte Talgproduktion und die Verhornung verursachen eine Verstopfung der Talgdrüsengänge, über die normalerweise der Talg an die Hautoberfläche gelangt. In der Folge staut sich der Talg, was sich als weissliche Mitesser, sogenannte Komedonen, bemerkbar macht.

Durch den körpereigenen Farbstoff Melanin und chemisch veränderte Bestandteile des Talgs können sich die Mitesser mit der Zeit schwarz verfärben. Der aufgestaute Talg bietet wiederum bestimmten Mikroorganismen der Hautflora* gute Wachstumsbedingungen, sodass es zu einer Besiedlung des angesammelten Sekrets mit Bakterien kommt. Hierauf reagiert das körpereigene Immunsystem mit Abwehrreaktionen. Infolgedessen entzünden sich die Mitesser, die sich dadurch zu eitrigen Pusteln – umgangssprachlich: „Pickel“ – entwickeln. Neben Pusteln (bis zu 0,5 cm Grösse) können sich aufgrund der Entzündungsreaktionen kleine Knötchen (Papeln: 0,5 bis 1 cm) bis Knoten (über 1 cm) bilden.

*Hautflora: natürlicherweise auf der Haut angesiedelte Mikroorganismen wie Bakterien und mikroskopisch kleine Pilze.
Die gesunde Hautflora erfüllt in gewissem Masse normalerweise eine Schutzfunktion für die Haut.


An welchen Stellen tritt Akne auf?

Wie oben beschrieben, sind Verstopfungen der Talgdrüsen und die daraus resultierenden Entzündungsreaktionen die Ursachen für Akne. Dementsprechend äussert sich die Hautkrankheit bevorzugt in Körperregionen, die viele aktive Talgdrüsen aufweisen: Hierzu gehören Gesicht, oberer Rücken und Brust. Inwieweit allerdings über das Gesicht hinaus weitere Hautregionen betroffen sind, ist vom Schweregrad und individuellen Verlauf abhängig.


Welche Formen von Akne gibt es?

Arten und Schweregrade von Akne

Akne kann in unterschiedlichen Schweregraden auftreten. Medizinisch wird je nach Ausprägung und Merkmalen zwischen verschiedenen Formen unterschieden, die auch unterschiedlich bezeichnet werden:

  • Eine milde Akne äussert sich vorwiegend in Form von Mitessern (fachsprachlich: Komedonen) und gegebenenfalls weniger als 10 kleinen entzündlichen Knötchen (Papeln) oder eitrigen Bläschen (Pusteln) im Gesicht. Medizinisch wird dies Acne comedonica genannt.
  • Bei mittelschwerer Akne liegen im Vergleich zur mässigen Ausprägung deutlich mehr Mitesser, sowie Papeln und Pusteln (jeweils 40 bis 100) vor. Zudem können sich bei diesem Schweregrad wenige tiefsitzende, entzündliche Knötchen (Noduli, grösser als Papeln) bilden. Zusätzlich zum Gesicht sind möglicherweise auch Hals, Rücken, Oberarme und Brust von Akne betroffen. Mediziner bezeichnen dies als Acne papulopustulosa mit Knoten und Stammbeteiligung.
  • Zeigen sich im Gesicht 10 bis 40 Mitesser sowie ähnlich viele Papeln und Pusteln, ist die Akne mässig ausgeprägt. Eventuell kann vereinzelt auch der Körperrumpf betroffen sein. Dieser Schweregrad wird fachsprachlich mit dem komplizierteren Begriff Acne papulopustulosa beschrieben.
  • Eine schwere Akne ist gekennzeichnet durch zahlreiche Mitesser, Papeln und Pusteln, sowie meist schmerzende Knötchen und Knoten in Gesicht, am Rücken und an der Brust. Bei dieser Form von Akne – Acne conglobata – handelt es sich um eine schwere entzündliche Erkrankung, die tiefgehende Vernarbungen nach sich ziehen kann. Die psychische Belastung aufgrund dieser Art von Akne sollte nicht unterschätzt werden.

Verbreitet ist auch die Bezeichnung „Acne vulgaris“. Dies ist ein Sammelbegriff und kann die Schweregrade Acne comedonica, sowie milde und moderate Ausprägungen der Acne papulopustulosa umfassen. Je nach Definition wird überdies auch die Acne conglobata dem Überbegriff Acne vulgaris zugeordnet.


Risikofaktoren für die Entstehung von Akne

Vorweg sollte ein verbreiteter Irrtum geklärt werden: Akne ist nicht die Folge mangelnder Hygiene. Vielmehr entwickelt sich Akne aufgrund einer Überempfindlichkeit der Talgdrüsen gegenüber natürlicherweise auftretenden, körpereigenen androgenen Hormonen. Dies sind männliche Sexualhormone, die auch im weiblichen Körper gebildet werden. Daher kommt es insbesondere im Zuge der Pubertät und dem damit verbundenen Anstieg der Sexualhormone zur übermässigen Talgproduktion, die eine Voraussetzung zur Entstehung von Akne darstellt (siehe oben: „Wie entsteht Akne?“). Das Vorkommen bestimmter Bakterien in der Hautflora begünstigt zudem die Entwicklung der Hautkrankheit. Zu den Faktoren, die ausserdem mutmasslich zur Akne beitragen, gehören beispielsweise:

  • Genetische Vorbelastung: Wenn beispielsweise auch die Eltern stark von Akne betroffen waren oder sind, ist das Risiko für das Auftreten der Hautkrankheit erhöht – Akne lässt sich aber somit nur eingeschränkt als „vererbbar“ bezeichnen.
  • Übermässige Sonneneinstrahlung
  • Hoher Konsum von Milchprodukten und von Nahrung mit erhöhtem glykämischen Index (dies sind Mahlzeiten oder Snacks, die den Blutzuckerspiegel stark und rasch ansteigen lassen, wie etwa «Fast Food»)
  • Starker psychischer Stress ist mit schwereren Akne-Verläufen verbunden.
  • Anwendung ölbasierter Kosmetika
  • Einnahme von Präparaten mit androgener Wirkung: Beispielsweise können Präparate zum Muskelaufbau (Anabolika) die salopp genannte „Bodybuilding-Akne“ auslösen.

Es gibt übrigens keine stichhaltigen Beweise für die gängige Annahme, dass der Verzehr von Schokolade zu einer Verschlimmerung von Akne führt.


Akne erfordert eine Langzeitbehandlung

Bei Akne im Jugendalter handelt es sich mehrheitlich (ca. 60 %) um eine sogenannte «klinische Akne», die in der hautärztlichen (synonym: dermatologischen) Praxis untersucht und behandelt werden sollte. Dies ist umso ratsamer, da sich aufgrund einer herausgezögerten oder unzureichenden Behandlung das Risiko erhöht, dass Aknenarben zurückbleiben. Die Aknebehandlung gilt als eine Langzeitbehandlung. Denn: Die Hautkrankheit hält rund 5 bis 10 Jahre an und bedarf einer kontinuierlichen ärztlichen Betreuung. Leider sind schnelle Erfolge bei der Aknetherapie die Ausnahme.

Eine sichtbare Verbesserung der Symptome stellt sich meist erst nach mehr als 8 bis 12 Wochen ein. Grundsätzlich gliedert sich die Therapie in zwei Phasen: (I) Die Behandlung akuter Hautveränderungen (Akuttherapie) – sozusagen «Erste Hilfe» für die Haut – und die anschliessende (II) Erhaltungstherapie, die verbliebene Hautveränderungen beseitigen soll und einem erneuten Aufflammen der Akne vorbeugt. Beide Behandlungsphasen dienen zudem der Prävention bleibender Narben.


Was hilft wirklich gegen Akne?

Vielfältige Behandlungsoptionen zur Auswahl

Ein wesentlicher Bestandteil der Aknebehandlung ist die örtliche und damit äusserliche Anwendung wirkstoffhaltiger Cremes, Salben, Gele oder Lösungen. Bei starker Ausprägung der Akne kann zusätzlich eine systemische Behandlung – mittels Einnahme von Medikamenten wie beispielsweise Tabletten oder Kapseln – erforderlich sein. Nicht selten kommen im Sinne einer möglichst effektiven Therapie Kombinationen verschiedener Wirkstoffe zur Anwendung. Zur Therapie von Akne bietet sich eine Reihe von Wirkstoffen an, aus denen die Dermatologin oder der Dermatologe je nach individuellem Fall auswählen kann. Welche Behandlung für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten am besten geeignet ist, entscheidet sich auf Basis der fachärztlichen Untersuchung und gemeinsamen Besprechung im Rahmen eines Termins in der dermatologischen / hautärztlichen Praxis.


Hautpflege bei Akne:

Was ist zu beachten?

  • Gängige Seifen sind alkalisch – weisen also einen erhöhten pH-Wert auf – wohingegen unsere Hautoberfläche leicht sauer ist (etwa pH-Wert 5,5). Übliche Reinigungsmittel können daher zu Hautreizungen führen. Bei Akne sind folgerichtig seifenfreie Produkte mit einem leicht sauren pH-Wert besser geeignet.
  • Für die Hautpflege sind leichte Öl-in-Wasser-Emulsionen oder feuchtigkeitsspeichernde Gele («Hydrogele») empfehlenswert. Fetthaltige Salben können hingegen die Hautporen zusätzlich verstopfen.
  • Mehrmals tägliches Waschen des Gesichts kann die Haut austrocknen und Irritationen verstärken.
  • Pickel besser nicht selbst ausdrücken, denn es besteht das Risiko, dass der Eiter dabei tiefer in die Haut gelangt und sich diese stärker entzündet. In medizinischen Kosmetikstudios oder dermatologischen Praxen können Pickel professionell und hygienisch entfernt werden.
  • Um Hautunreinheiten zu kaschieren, wenden Betroffene – darunter inzwischen auch Männer – nicht selten (unauffälliges) Make-up, Puder und Abdeckstifte ein. Hierbei sollten allerdings sehr fetthaltige Produkte vermieden werden, da sie die Hautporen zusätzlich verstopfen können. Weiterhelfen kann auch hier eine Beratung im medizinischen Kosmetikstudio oder der dermatologischen Praxis.

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